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Montag, 24. Juli 2006

Nö, da wähle ich lieber ungültig...

Du eine Plakat Aktion der örtlichen SPD wurde ich auf die bevorstehenden Kommunalwahlen aufmerksam gemacht.

Hatte mich erst gewundert, warum zum Henker wünscht eine Partei einfach so per Plakat schöne Ferien? Mal davon abgesehen, dass ich die auf den Hin- und Rückweg zur Arbeit sehe, fand ich es einfach befremdlich. Parteien in Deutschland sind nicht uneigennützig freundlich, in keinem Fall auf kommunaler Ebene.

...

Da werden auf Wochenmärkten kleine Kinder zu Wahlkampfinstrumenten gemacht, in dem man sie durch Luftballons zum quengeln bringt. Die guten Eltern, gut konditioniert, erfüllen natürlich gern den Wunsch der Kleinen nach den Luftballon - kosten ja schließlich nichts.

Falsch! Sie kosten Nerven, entweder wird einem ein Ohr abgekaut: "Guten Tag, ich bin Ihr Kanditat Max Mustermann aus ... . Ich kandidiere für Sie um... ."

Zwei Sätze, zwei Lügen: Ein Politiker ist vornehmlich sein eigener Kanditat, nicht deiner. Daraus ergibt sich auch, dass er für sich kandidiert.

Klingt komisch, ist aber so.

Spätestens ab Bezirksebene beginnt der Kampf um Posten in den etablierten Parteien. Dies fängt schon in den jeweilige Jugendabteilungen an - ich weiss das.

Ausnahmen gibt es, wenn überhaupt nur kurzzeitig. Entweder werden sie gefressen, oder geben gefrustet aus. Vom anfänglichen Idealismus bleibt selten mehr als eine müde Erinnerung.

Nachdem ich mir nun den Abend damit um die Ohren geschlagen habe, mal wieder durch die aktuellen Wahlprogramme zu pflügen steht mein Entschluss fest. Ich gehe zwar wählen, aber werde eine ungültige Stimme abgeben. Ein normaler, demokratischer Prozess - allemal besser, als gar nicht zu wählen.

geschrieben von harlequin ( Allgemein ) :: Kommentare(1) :: Permalink ::
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Ja und nein.

Dass Politiker besser bezahlte Vertreter sind, das ist klar. Ich hatte bisher zumeist das Glück, eine Partei wählen zu können, die für mich zumindest das kleinere Übel darstellt. Denn irgendjemand muss den Job nunmal machen, da nicht nur die Politiker leider nicht in der Lage sind, eine echte Anarchie im Sinne einer autonomen, selbstgesteuerten Herrschaftslosigkeit praktisch zu leben. Insofern gebe ich meine Stimme, wenn nichts dabei ist, lieber einer Partei, von der ich möchte, dass sie in der Oposition ein bischen Gewicht haben. Genau aus diesem Grund waren das früher einma die Grünen ;)

100% Zustimmung bei deiner Konklusion: Nicht wählen gibts nicht.

geschrieben von Kiko (25.07.2006 19:45)
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