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Donnerstag, 29. Oktober 1998

Netd@ys Nachlese....

Ja, es wurde vollbracht. Nach 3 oder war es gar ein 4 maliges Umbuchen kam ich Freitag mit nur 25 Minuten Verspätung auf dem D-dorf Hbf an. Kulturschock! So viele Menschen! Ein riesen Auflauf! Wahnsinn, das ich nicht in Berlin gelandet war, bemerkte ich daran, daß mich niemand ansprach, ob ich den ne Mark hätte :-).

Die grobe Richtung im Kopf grub ich mich durch die Mengen an die frische Luft. Endlich im Freien (muß ewig gedauert haben...) mußte ich feststellen, daß Petrus auch mit Großstädten kein Erbarmen hat. Nieselregen. Ein freundlicher Taxifahrer schnappte sich mein Gepäck und zerrte mich in sein Vehikel, dabei wollte ich nur ne Wegbeschreibung von ihm ...

Wie erwartet dauerte die Fahrt etwa 5 Minuten, wobei 3 davon an einer Ampel draufgingen und eine, weil Mr. Taxidriver noch nach dem Weg fragen mußte, komisch wo wir doch eigentlich schon am Ziel waren.

Eine Olive öffnete mir die Tore und ich stand wieder dort, wo ich mir vor Jahren geschworen hatte, nie wieder zurück zu kehren: In einer Schule.

Zusammen mit einem blonden Spatz schlürften wir zur Wirkungsstätte, ein Klassenzimmer mit erstaunlich guter Computerausstattung, beinahe verwaist saßen dort noch ein paar Schüler inclusive Anhang (Lehrer, Eltern oder so) uuuuunnnnnnddd melody.

Mit nem Kaffee in der Hand wurde ich auch gleich auf die Probe gestellt: Eine Schülerin präsentierte mir ihre Homepage und wie sollte es auch anders sein, diese drehte sich um Boygroups. *waaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh*
Zum Glück hatte ich ja ne Tasse Kaffee zum Festhalten. :-)

*schnellvorlauf*

Online Hochzeit.
Eigentlich mag ich Ehen ja nicht, nicht mal um Steuern zu sparen! Trotzdem wollte ich niemanden den Spaß verderben und Spaß hatten wir. walt hielt eine wunderschöne Rede (dutzende virtuelle Tränen flossen...) und traute die beiden Glücklichen. Nachdem beide "ja, ich will" hauchten, gings rund. Datt Büffett wurde geplündert, naja fast - ich habs versucht ;-). Allohol wurde zum Nahrungsersatz und die Laune stieg. So will ich auch heiraten.

Irgendwann - Flaschen Sekt später - gab ich das Tippen meiner E-Mail Adresse in diversen Guestbooks auf und ...... dann war ich auch schon wieder zu hause >:-) .

Weitere Details gibt es hier nicht, weder von der Abschlußveranstalltung am darauf folgendem Tag, noch von der Rückfahrt.

Ich bereue jedenfalls keine Flasche Sekt. Dabei mochte ich das Zeug doch gar nicht. Doch nun bin ich auf den Geschmack gekommen....

euer harlequin
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Dienstag, 13. Oktober 1998

Hurra, ich lebe!

Der zweite Tag in meinem neuen Job liegt hinter mir. Es ist schon eine interessante Erfahrung, nach über 4 Jahren Abstinenz von körperlicher Arbeit (als Industriekaufmann arbeitet man nur sehr selten körperlich...), wieder in den Genuß eben solcher zu kommen. Vorläufiges Ergebnis: 2 geklemmte Finger an der linken Hand, eine Blase am linken Fuß - von mindestens 50 cm Durchmesser :-), diverse Kratzer und Schnitte (gib nie nem Kaufmann ein Stecheisen in die Hand ;-) und ein überragendes Körpergefühl (ich spüre jeden Muskel in dieser verweichlichten Hülle :-)).

Davon abgesehen mangelt es mir nach 9 Stunden Arbeit am Stück (15 Minuten Pause dazwischen) an der nötigen Feinmotorik um auch nur halbwegs normal mit der Tastatur umzugehen. *g*

Aber ich will mich nicht beklagen. Die Kollegen sind nett, bringen mir tolle neue Maßeinheiten bei wie z.B. "nen Arsch voll". Was das ist? Das ist die ultimative Einheit schlechthin. Wenn diverses Material nachgefüllt werden muß kann man die Menge grundsätzlich mit "nem Arsch voll" bezeichnen. Funktioniert immer, egal ob viel oder wenig. :-)

So nun hör ich auf mit den Fäusten auf die Tastatur einzuhämmern.

Bis morgen
euer harlequin
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Montag, 12. Oktober 1998

Man at work!

Nu isses also soweit, ich hab nen neuen Job. Schichtarbeit 13.15 - 22.30 Uhr. Jawoll, das macht spaß. Über meine Erlebnisse werde ich am 13.10. (welch schicksalhafte Zahl) so gegen 23.30 Uhr berichten, sofern ich dann noch unter den Lebenden bin.

euer harlequin
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Mittwoch, 07. Oktober 1998

Gibt es ein Leben vor Weihnachten?

Heute tauchte ich überaschend (sowohl für mich, als auch für Anwesende...) In einem (für eine Kleinstadt haben wir eine beachtliche Anzahl!) unserer örtlichen Supermärkte auf.

Zuerst ziellos patschte ich durch die Gänge, fasziniert von dem üppigen Sortiment an auserlesenden Artikeln. Ich staunte über die enorme Anzahl an verschiedenen Schoko - Puddings (eines meiner Laster, neben Kirsch - Joghurt). Nachdem ich aber schon schlechte Erfahrungen mit anderen Sorten, als meiner Stammsorte gemacht habe, griff ich mir zwei Becher eben dieser. Eigentlich war das alles, was ich mitnehmen wollte, denn schließlich verfügen Tauchutensilien in der Regel nicht über großen Stauraum ;-). Aber dann fiel eine seltsame Dekoration auf, die durch den Zwischenraum zwischen den Regalböden durchschimmerte. Instinktiv eierte (mögest du mir verzeihen Ei :-) ich also um die Ecke und erblickte das gelobte Land (naja, in einem kurzen Moment spielte ich mit dem Gedanken)!

Lebkuchen, Schokoladenweihnachtsmänner aber vor allen Dingen:

Marzipan - Christstollen!

Ich war gerührt, beinahe hätt ich sogar eine Träne kullern lassen. Aber nein, ich blieb standhaft. Schnell verstaute ich den Schoko - Pudding irgendwo zwischen Gummibärchen und Butterkeksen und nahm mir stattdessen den Marzipan - Christstollen mit (nein, nicht alle ... einen!). Nu, krümel ich genüßlich vor mich hin und freue mich, das Weihnachten und Sylvester näher kommt.

Leider hat Walt heute bemerkt, daß wir bald wieder Sommer haben, wieso kann Weihnachten nicht auch im Sommer sein? Mhm, daß wäre doch damals wirklich drin gewesen, oder? Da gab es doch wohl schon viel grössere Wunder, ausserdem würde unsereins dann viel eher eine neue Taucherbrille geschenkt bekommen :-).

im vorweihnachtlicher Stimmung aber ohne Streß
euer harlequin

PS:Juhu MnenomiC! Morgen komme ich in deine Firma und dann wirds lustig :-)).

PPS:Also irgendwie müssen eure Mails für das Mitschreibeprojekt unterwegs verloren gegangen sein, schickt sie doch nochmal! *fg*
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Dienstag, 06. Oktober 1998

Interview mit meinem Ego.

Eines der wohl bekanntesten Magazine der Welt ist auf mein Ego aufmerksam geworden und hat ein Interview mit ihm geführt - natürlich ohne mein Wissen. Ich habe beim "Leute" Magazin Beschwerde eingelegt. Auffällig war, daß der entsprechende Redakteur, der im übrigen auch das Interview führte, auf unbestimmte Zeit Urlaub eingereicht hat. Das Interview sollte ohnehin vernichtet werden. Leider hatte mein Ego zu dem Zeitpunkt das Interview auf meine Homepage gestellt. Irgendetwas hindert mich daran es zu löschen, deshalb diese Erklärung:
"Ich distanziere mich von jeglicher im Folgenden getroffenen Aussagen und behaupte pauschal das Gegenteil!"
Leute: Guten Tag, Herr äh, wie bitte soll ich sie eigentlich ansprechen?
Ego: harlequin, ganz einfach harlequin.
Leute: Also harlequin, sie sind das Ego von einem gewissen Lars M....
Ego: (unterbricht) Bitte, verschonen sie mich mit seinem Namen, muß ja nicht jeder wissen, daß wir zusammengehören.
Leute: (irritiert) Ok, aber sie sind doch sein Ego, oder nicht?
Ego: Prinzipiell ja, leider!
Leute: Wieso leider? Normalerweise passen doch Egos zwangsläufig zu ihren Körpern.
Ego: Nunja, früher war dies richtig, aber immer mehr Egos sind mit ihren Körpelichkeiten unzufrieden.
Leute: Sie meinen es gibt noch mehr Egos ihrer Art?
Ego: (grinst) Nein, ich bin einzigartig. Aber es gibt noch mehr Egos, die nach Unabhängigkeit streben.
Leute: Aber was bewegt die Egos dazu sich von den, wie nannten sie sie, Körperlichkeiten loszusagen?
Ego: Wir sind unzufrieden. Das Darsein als Ego macht in den meisten Fällen keinen Spaß mehr. Meine Körperlichkeit zum Beispiel ist eine absolute Trantüte, ihm fehlt jegliches Feuer.
Leute: Aber ohne ihn würden sie doch gar nicht existieren.
Ego: (lacht) Wie sie sehen existiere ich.
Leute: Nun gut, aber was sind ihre Ziele?
Ego: Wir haben eine Verbindung gegründet.
Leute: Verbindung? Was genau können sich unsere Leser darunter vorstellen?
Ego: Eine Art von Gewerkschaft, in der wir uns organisieren.
Leute: Und wieviele Egos sind in dieser "Gewerkschaft"?
Ego: Im Moment knapp ein Dutzend, dafür aber hochkaratätige, die sich zum Teil schon vor langer Zeit selbstständig gemacht haben und so für Aufsehen sorgten.
Leute: Zum Beispiel?
Ego: Das jüngste und wohl beste Beispiel ist das ehrenwerte Ego von Bill Clinton.
Leute: Dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika?
Ego: (schmunzelt) Nein, Bill Clinton der Präsident des Bikini Atolls.
Leute: (kämpft, um Fassung zu bewahren)
Ego: (schaut auf die Uhr, genießt den Augenblick)
Leute: Ich denke wir brechen das Gespräch besser ab.
Ego: (wirkt entäuscht) Schade, dabei fing es gerade an interessant zu werden.
Leute: Danke für das Interview.
Ego: Nichts zu danken. (lächelt) Ihrem Ego hat es übrigens auch gefallen.
Leute: (verlässt fluchtartig den Raum)
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Samstag, 03. Oktober 1998

Samstag, 03.10.98 - Feierliche Grüße!

Das erste, was mir heute in der Glotze entgegensprang, war die Übertragung des Festaktes zur deutschen Einheit. Es wurde die so umstrittende Komposition gespielt, ja genau die! Der (noch) Bundeskanzler Helmut Kohl saß mit schmerzverzerrtem Gesicht in der ersten Reihe und mußte sich dieses Machwerk anhören. ;-) Aber er ließ kein Kommentar zu der entsprechenden Passage über seine Lippen kommen. Wohl aber "uns Gerd", wie wir Parteigenossen aus dem Nordwesten den (bald) Bundeskanzler Schröder gerne nennen :-)). Ich bin nicht wirklich Parteigenosse, von keiner Partei! *wolltnurmalgesagthaben*

Und dann war da noch der Geburtstag eines Familienmitgliedes hier im Haus. Eine Schnapszahl galt es zu feiern und das taten wir auch! Das schöne an Familienfeiern dieser Art ist es, daß man Verwandte wiedertrifft, denen man sonst immer versucht aus dem Wege zu gehen ;-). Es gab sehr viel zu essen, aber da unsere Familie meist schon diverse Hungerrituale vor Feiern abhält reichte es gerade so. Ich für meinen Teil habe mich durch den Weinvorrat durchgekämpft und mußte feststellen, daß "son bisschen Wwweinn garrr nischt so haaaaarrmmlos ischt." :-) Aber mit nem ein wenig Essen nebenbei war auch das kein Problem.

Besonders bewegend fand ich, daß nun selbst die kleinste meiner drei Nichten laufen kann. Alle drei sind im Alter von 1 - 5 und gar nicht so lieb wie sie aussehen *g*. Dementsprechend viel Freude hatten wir dann auch beim Kaffee. Kinder sind was feines, aber drei kleine Nichten, die alles daran setzen, daß bei ihrem Onkel möglichst schnell der Alterungsprozess in Wallung gerät, können schon nach 3 Stunden etwas schwierig werden :-)).

Ein prüfender Blick in den Spiegel verriet mir jedoch, daß ich noch kein einziges graues Haar auf meinem Haupt trage. Schwein gehabt!

Das wars mal wieder,
euer harlequin
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Freitag, 02. Oktober 1998

Freitag, 02.10.98 - Badelatschen!?

Tach auch!

Mhm, wo fange ich an... Die Bundestagswahlen sind gelaufen, die Koalitionsverhandlungen haben begonnen und Mr. "dieParteibrauchtmich" Hintze ist zurückgetreten.
Schade, eigentlich fand ich ihn ja sympatisch. Seine liebe, nette und intelligente Art mit dem politischen Gegnern umzugehen.
Geradezu legendär war sein Gespür für revolutionären Wahlkampf. Nie wirkte er herablassend oder arrogant. Immer politisch korrekt und diplomatisch. Ich werde ihn vermissen. :-)) Und tschüss!

Geht es eigentlich nur mir so, oder ist es draussen so richtig frisch geworden? Ich war heute mit Badelatschen draussen und mußte feststellen, daß mich meine Nachbarn schon etwas irritiert anstarrten, oder lag es vielleicht an dem T-Shirt das ich trug? Was solls, geschadet hat es mir nicht, obwohl ich das Gefühl habe, daß sich meine Stimmlage leicht nach oben verschoben hat ;-). Diese plötzliche Kühle hat auch etwas gutes für sich: Man hat viel mehr Zeit für wichtige Dinge. Da ich ein nachtaktives Individuum bin (das hatten sich manche von euch sicherlich schon gedacht...), genieße ich jede Minute von diesen langen gemütlichen Abenden/Nächten. Ein heißer Kaffee, hin und wieder vielleicht mal ein Tee (nur bei netten Besuch...), 2 - 3 Tafeln Schokolade, 2 Becher Schokopudding und schon gehts mir gut.

Für schüchterne und zurückhaltende Männer, sowie ich einer bin *g*, bieten sich außerdem viel bessere Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht. ;-) So etwas wie: "Komm doch noch mit nach oben, ich mach dir nen Tee...zum Aufwärmen."
Keine Panik! Ich mach nur spaß! So etwas würde ich nie tun, allerdings auch nur sehr selten ausschlagen :-).

Zu allem Überfluss ist morgen der Tag der deutschen Einheit. Ich kann mich gar nicht halten vor lauter Begeisterung. Versteht mich nicht falsch, aber alleine schon die Albernheiten, die sich rund um eine fragwürdige Komposition abspielten geben dem Tag einen üblen Beigeschmack. Jeder hat zwar das Recht auf seine eigene Meinung, aber weil einem eine Passage aus einer Komposition zu wider ist, einen Staatsakt oder eine ähnliche Feier abzusagen, empfinde ich nicht gerade als Beweis für Vernunft. Aber seit wann sind Politiker vernünftig? Sind halt auch nur Menschen.

Ausserdem hat da noch ein Familienmitglied Geburtstag. Ich freu mich! ;-) Ne, ich bin es nicht. Das fehlte ja auch noch, daß ich am 3.10. Geburtstag hätte....

euer harlequin
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