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Mittwoch, 17. März 1999

Bundeswehr: DAS ist eine Waffe!

Was ist alt und macht Peng?
Nö, nicht der TetraPac® Milch vom vergangenen Sommer.
Das Gewehr G3.
Heute war Schießen angesagt, das erste Mal - und es hat niemanden weh getan :-).
Ich als priviligierter Innendienst Kranker (inoffiziel ist von den Innendienst Toten die Rede, wenig schmeichelhaft) wurde zur Schießbahn gefahren! Jawohl, und nach den einzelnen Schießdurchgängen durften wir (ingesammt waren wir 7 Innendienstler) in einer schön beheizten Hütte mit Cola Automaten platznehmen, diesen Service hatten unsere Leidensgenossen nicht.

So umsorgt läßt es sich auch prima schießen. Ich war schon leicht vorbereitet. Der Knall wird mächtig laut und der Rückschlag ist ein wenig stärker als bei einer KK-Waffe (Klein Kaliber für die Nicht Schützen). Damit ließ sich leben.
Trotz des erstaunlichen aber für die Bundeswehr durchaus üblichen Alters von 32 Jahren hat mich mein G3 nicht in Stich gelassen. Beide Prüfungen locker bestanden. Demnach darf ich weiterhin am Schießen teilnehmen und mein Traum *hüstel* vom Kampfsani ist wieder ein Stück nähergerückt.
bye
harlequin
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Dienstag, 16. März 1999

Bundeswehr: Innendienst

Röchel, hust, schnupf.
Habe ich gestern bereits erwähnt, daß es mir bescheiden geht? NEIN?
Kann gar nicht :-). Nach dem ich in der vergangenen Nacht sage und schreibe 4 Stunden vernünftig geschlafen und meine Tempo® Taschentücher komplett dem Schnupfen geopfert habe, stand mein Entschluß fest: Ab in den San-Bereich.

Das wäre ja auch eigentlich ganz einfach, wenn es da nicht ein paar Regeln bei der Bundewehr gäben würde, die man gefälligst einzuhalten hat, wenn man zum Onkel Truppen Doc will.
Erstmal sollte die Kleidung angemessen sein. Man greife in den wohlsortierten Spint und hole den feschen Sportanzug heraus - welch Ironie, du fühlst dich nach Bett, finaler Salbung und Ähnlichem, aber nö du mußt sportlich wirken.
Punkt zwo:
Wenn du meintest du könntest einfach zum Doc rennen, ohne vorher eine kleine Papierschlacht anzufangen, hast du dich getäuscht. Ich also wieder zurück ins GeZi (Geschäftszimmer) um dort eine Art Laufzettel abzuholen.
Punkt zwo(a):
Papier ist geduldig und will beschrieben werden. Im San-Bereich nochmal anmelden. Neuer Bogen wird ausgefüllt und es wird erstmal pauschal nach deinem momentanen Leiden gefragt.
Punkt drei:
Pauschales Fieber messen im Behandlungszimmer.
Punkt vier:
Untersuchung beim Doc. Etwa 3 Minuten, Diagnose: fette Erkältung. Wieso bin ich nicht überascht? Fühlen sie sich Innendienst tauglich, oder wollen sie nach hause? Innendienst, niemand könnte meine Glotze wieder zurück bringen und ohne TV bin ich nur zu..... 7/8 Mensch ;-).
Punkt fünf:
Medikamente abholen.
Punkt sechs: Den ersten Zettel bei meinem Gruppenführer abgeben.

Ihr seht, es ist eine wahnsinns Erfahrung, bei der Bundeswehr krank zu werden.

bye
harlequin
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Montag, 15. März 1999

Bundeswehr: Kameradenschweine.

Mir platzt der Kragen und zwar mehrfach. Wenn wir schon scharfe Munition hätten, wäre meine Selbstbeherschung bis zu ihren Grenze ausgelastet.
Ich habe gepflegt meinen Fernseher, Videorekorder und Sat-Receiver mit zur Kaserne gebracht. Und ne deftige Erkältung dazu. Meine Nase gleicht einen frühzeitlichem Vesuv. Ständig leide ich unter ihren Eruptionen. Mein Hals tut weh, ich huste am laufenden Band und war noch nicht beim Sani - selbst schuld, könnte man meinen.
Vielleicht ist es ja auch so. Gut möglich, daß mein Pflichtbewußtsein etwas übertrieben ist, aber wenn ich sehe, daß andere Kameraden wegen etwas Schnupfen (er war nicht mal mit niesen verbunden) eine Woche Kzh (Krank zu hause) sind und sich dort nen lauen Lenz veranstalten, halte ich meine Hartnäckigkeit nicht für übertrieben, sondern für angemessen.

Waffenausgabe. Das Gewehr G3 ist ab sofort vor mir nicht mehr sicher. Meine neue Freundin für die nächsten 2 Monate, wie mein Ausbilder meinte.
Frust. Wieso stechen solche Menschen eigentlich immer ins offene Herz? Keine Absicht, dessen bin ich mir schon bewußt aber es tut trotzdem weh. Ich mag das nicht. Zu allem Überfluß sollen wir nun unserer Waffe einen Namen geben. Weiblich ist klar. Wie nenne ich meine Waffe. Ein netter Name, weil sie mir in einem evtl. Ernstfall das Leben retten könnte?
Nein. Kein Bedarf an solchen Beziehungen.
Doch wie soll ich diese Wumme *hüstel* denn sonst nennen? Medusa, Berta oder gar Mutter? Ich hab doch keine Komplexe, jedenfalls nicht solche....

Bevor ich mir allerdings weiter Gedanken über den Namen meiner Waffe machen konnte, ging es ans trainieren - sprich: G3 auseinander bauen und wieder zusammen setzen in permanenter Wiederholung. Hinzu noch die entsprechenden Zustandsmeldungen, welchen Ladezustand die Waffe hat, etc. etc. .
Dieses wunderbare Program wurde abgerundet von einem kompletten Gefechtsanzug. Dies bedeutet für solche gesunden Menschen wie mich (wer lacht da? ;-) einiges an Gewicht zu schleppen, dazu auch noch unmöglich verteilt. Gekrönt von einem Gefechtshelm, in dem man erstens albern aussieht und zweitens schwitzt wie in einer schwedischen Sauna - ohne Rikola® :-)

Ist ja alles nicht so tragisch, wenn dann nicht solche Querschläger dabei wären, die einen den gesamten Dienstschluß versauen können.
Manche verstehen präzise Zeitangaben nicht und kommen zu spät. Wieder andere begreifen nicht, welche Kleidungs und Ausrüstungsgegenstände sie mitbringen bzw. anlegen sollen, trauen sich aber auch nicht nach zu fragen. Wir sind alle bemüht unser bestes zu geben, können aber leider nicht für jeden Kameraden die Verantwortung übernehmen, denn dann blieben wir wahrscheinlich selbst auf der Strecke.

Ein paar speziellen Kameraden kann man aber auch offensichtlich nicht mehr helfen. Den Scherzkeksen, notorischen Nörglern und Störenfrieden. Die ersten begreifen nicht, daß durch ihre Albernheiten Sonderdienste geschoben werden. Die zweiten interessiert es überhaupt nicht, daß sie mit ihrem ständigen Gemäcker über jede Kleinigkeit die Moral und den noch übrig gebliebenden Humor der restlichen Rekruten untergraben. Zu Punkt drei muß ich glaube ich nichts mehr sagen....
Das macht keinen Spaß.

Statt Lust kommt Frust.
Kein Ausgleich in Sicht.
Irgendwie fehlt was in meinem Leben....
bye
harlequin
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Freitag, 12. März 1999

Bundeswehr: Weicheier und andere Klappstühle

Jep, heute war ein schöner Tag. Erst stand nach dem Frühstück (was ich natürlich ausgelassen habe) ein flockiger 6km Eingewöhnungsmarsch an. Die Ausrüstung mußte schließlich passgenau ins Fleisch eingearbeitet werden.
Kein Thema eher ein Verdauungsspaziergang (auch wenn es nichts zu verdauen gab :-).
Dachte ich.
Aber konnte ich denn ahnen, daß ich nur noch von verweichlichten Klappstühlen umgeben bin? Ich bin zwar kein Sportler, aber trotzdem hole ich nicht nach 500m meine Wasserflasche heraus um meinen "unmenschlichen" Durst zu stillen.
Und dann erst mal das "Tempo", welches wir vorlegen mußten. Wirklich ein Witz. Man hätte bequem noch nebenbei Pilze suchen, Rotkäpchen ärgern und Bambis Mutter erschiessen können - mit einer selbst angefertigten Schrotflinte!

*waaaaaah*

Ich will zur Fremdenlegion! Sofort! :-)

Danach übernahm ich dann meinen Dienst als GvD (Gefreiter vom Dienst) der dem UvD (Unteroffizier vom Dienst) unterstellt ist. Und uns hat der OvWa (Offizier vom Wachdienst) auf die Finger geschaut. Nein, ich leide noch nicht unter dem BWabkFi (Bundeswehr abkürz Fimmel).

Insgesamt gibt es bei uns 3 GvD und einen UvD. Ich hatte das Glück, mit dem UvD in einem "Büro" sitzen zu können. Die anderen beiden Fredis mußten in ein Kabuff in einem anderen Gebäude rumhängen.
Wir hatten fernsehen - sie nicht. Wir hatten Stereo Anlage mit hervoragend dunkler Musik - sie nicht. Wir hatten Kaffee (möge meine Ärztin wegschauen) - sie nicht. Wir waren wach - sie nicht. Ich dutze nun den UvD - sie nicht.
:-) Das Leben hat nicht nur Schattenseiten....

Bis nächste Woche....
harlequin
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Donnerstag, 11. März 1999

Bundeswehr: Organisiertes Chaos

Umzüge machen spaß, vor allem bei der Bundeswehr.
Heute um 5.00 Uhr wurden wir geweckt und es ging los, nach einem recht dürftigen waschen (nö, wir stanken nicht) bauten wir unsere Betten ab. Schon erstaunlich, wie motiviert Wehrpflichtige sein können, wenn es darum geht eine Kaserne zu verlassen.
Die Sache hatte bloß einen Schönheitsfehler: Wir wurden nicht aufgrund besonders guter Leistungen vorzeitig entlassen *hüstel*, nein wir zogen von unserem Behelf in unsere Stamm Kaserne zurück - auch als "Himmel auf Erden" bekannt. :-)
Eigentlich sollten wir ja erst am Freitag losgurken, daß wurde dann allerdings zum Glück abgewendet. Im Zweifelsfall hätten wir dann auch noch das Wochenende versaut bekommen und wer will das schon?
Kurzum: Wir sind ohne größere Probleme zum Teil in Privatwagen abgedampft und haben uns in unseren neuen Heim eingenistet. Die Stuben sind zwar immer noch nicht besonders wohnlich, bieten aber deutlich mehr Komfort, zB Tische und Stühle und für jederman einen eigenen Spint. Selbst ne TV - Dose haben wir auf unseren Stuben und das ist doch mal ein Anfang.

Besonders erwähnenswert sind die verbesserten sanitären Anlagen. Alles komplett weiß verfließt und sehr sauber und deutlich "ziviler" gehalten. Danke!

Problem: Ich habe von Freitag den 12.3. bis Samstag den 13.3. Dienst. GvD, für die Experten. :-) Kann ja heiter werden....

Bis demnächst.
harlequin
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Freitag, 05. März 1999

Bundeswehr: Sanitäre Unterhaltung

Sprüche von unseren Toiletten Türen:

Panzerfahrer
Breit fahren,
schmal denken.

Siehts den Uffz im Moore winken,
Wink zurück und laß ihn sinken.

Was ist der größte Feind vom Panzergrenadier?
Ein Rasenmäher, nimmt die Deckung und die Nahrung.

Wie fängt man einen Panzergrenadier?
Man stellt ihn auf ner Straße.

Vater dumm.
Mutter dumm.
Sohn Uffz.

:-)

Bis demnächst.
harlequin
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Dienstag, 02. März 1999

Nachtrag zum Montag - In the army, NOW!

Die Anreise
Meinem präzisen Timing und meiner hervorragenden Kondition ist es zu verdanken, daß ich meinen Zug noch erreicht habe. Ok, ich bin viel zu spät losgerannt, habe die Hälfte vergessen und wohne nur 2 Minuten vom Bahnhof entfernt.
Im Zug kontrollierte ich ein letztes Mal mein Gepäck:
  1. Ein Dutzend Bücher, die ich vor einiger Zeit mal gekauft hatte und immer schon mal lesen wollte (ich ging davon aus, daß ich mit Freizeit totgeschlagen werde.....)
  2. Einen Satz T-Shirts
  3. Diverse Körperpflege Artikel wie Eselsmilch Imitat, Manikür- und Pedikür Sets, ...
  4. Axe® Voodoo Deo
Kommen wir gleich zu Punk 4, dem Axe® Voodoo Deo. In meinem Abteil saß eine wunderschöne Raucherin (ich oute mich hiermit als aktiven passiv Raucher) etwa 25 Jahre jung, ein Ohr bis zum Anschlag gepierct (auhaua! mehr davon...) und auf ihrem rechten Handrücken hatte sie zwischen Daumen und Zeigefinger ein Tattoo.
Mein inneres Grinsen wurde wohl nur von meiner äußeren Coolnes übertroffen *hüstel*. Jedenfalls stieg sie zwei Haltestellen später aus und hatte immer noch ihr Kaugummi. Ich allerdings mußte mir wegen meiner Coolnes wieder meine Jacke anziehen :-).
Ich checkte meine Bahnverbindung. Gut, dort umsteigen, da warten, dort Bus nehmen, Ankunft exakt pünktlich. Militärische Zuversichtlichkeit durchströmte mich, ich fühlte mich hervorragend - Zeit für nen Müsliriegel.

Das erste Umsteigen verlief ohne Probleme, Regen, Wind meine Frisur hielt und dabei abe isch gar kein Taft®.
Als ich das zweite Mal die Hochgeschwindigkeits Regionalbahn verließ (wir durchbrachen vorher mehrfach die Schallmauer, das rumpelt doch auch immer, oder?) und mich vergewisserte, ob die Verbindungen, die mir die Internet Auskunft der Bahn AG ausgespuckt hatte auch korrekt waren (nicht das ich an meiner Perfektion schweifeln würde *staub, hust*).
Etwas irritiert stand ich vor dem Fahrplan, durch jahrelanges und sehr angenehmes Training bin ich im lesen von Fahrplänen mehr als geübt. Wenn ich diesem also Glauben schenken konnte fuhr von hier gar kein Zug in die entsprechende Richtung. Der Level meiner Entspanntheit korrigierte sich schlagartig - nach unten. Die Uhrzeiten paßten nicht, die Gleise auch nicht. Zu allem Überfluß fuhren zwei Züge zu fast gleichenzeitig ein, mit einer Minute Differenz.
Mein Puls beschleunigte. Ich stand in der Mitte des Bahnsteiges und beobachtete beide Züge und deren Türen. Sobald ich einen Zugbegleiter (Schaffner oder auch Kartenknipser) erblicken würde wollte ich lossprinten und dem guten Menschen überfallen, ausquetschen die Wahrheit aus ihm oder ihr herausschütteln.
Türen gingen auf, erst links - nichts. Dann rechts, nichts. Eine 180 Grad Drehung verriet mir, das diese feigen Schluffis genau am anderen Ende ausgestiegen waren und im Begriff des Abpfiffes. Keine Zeit für einen Sprint. Entscheidungen waren gefragt. Ich vertraute auf die Logik: Es würde nicht viel Sinn machen, wenn ich in den Zug steigen würde, der in die Richtung fährt, aus der ich gerade gekommen war.
Souverän nahm ich letztlich im richtigen Zug Platz und ließ mir dies auf von dem Berufsknipser bestätigen. Tja, man kann ja nicht immer Pech haben....

Aber meine Glückssträhne war doch ziemlich kurzfristig. Kaum aus dem Zug ausgestiegen, bereitete Petrus mir einen herzlich nassen Empfang, als ob dieser Scheinheilige gewußt hätte, das ich 1. keinen Schirm und 2. keine Möglichkeit zum Unterstellen hatte.
Ich vermute dort immer noch eine Verschwörung auf höchsten Ebenen :-).
Der Bus kam pünktlich, fuhr aber nicht bis zur Kaserne, sondern setzte mich an einer Schule ab mit dem Kommentar: "Der andere Bus kommt sofort, war eben schon hinter mir..."
Aus dem "sofort" wurden 15 Minuten - natürlich ohne Unterstellmöglichkeit. Meine Laune erreichte den ersten Tiefpunkt des Tages.

Gut, tropfend im Bus sitzend wurde mir klar, das es für Desaster keine Grenzen gibt. ICH SASS IN EINEM SCHULBUS VOLLER SCHREIENDER 3 UND 4 KLÄSSLER! *waaaaaaaah* Nun war mir meine Lust entgültig vergangen.

Nen Fußmarsch später tabste ich über die regennaßen Straßen der Kaserne in Richtung der Leidengenossen der nächsten 10 Monate. Und was mußten meine müden Augen dort sehen, besser gesagt wer gammelte dort unter dem Vordach rum? Ein alter Kumpel, der etwa 2 Kilometer Luftlinie von mir entfernt wohnt. Natürlich ist er mit seinem eigenen Auto angereist und hätte mich selbstverständlich mitgenommen. Dies war der Aufschlag auf den Boden meiner Depression.
Er war übrigens ebenfalls sehr begeistert, mich zu sehen ;-).

Formalitäten.

Ein Typ vom Bund begrüßte uns, er erinnerte mich ansatzweise an den Ausbilder von Full Metal Jacket. Nicht seine Frisur oder sein Alter eher seine Art. Da er keine Fritten (diese schrägen Striche) auf den Schulterklappen hatte hielt ich ihn für ein kleines, unbedeutendes Lichtlein, nicht mehr und nicht weniger als wir anderen auch.
Falsch gedacht! Der Unteroffizier hatte dann doch mehr zu sagen....
Nachdem wir dann eingekleidet waren, in eine andere Kaserne verlegt (in unserer Stamm Kaserne werden im Moment Truppen für den Kosovo Einsatz vorbereitet) und von einem bunten Haufen Zivilisten in einen blauen Haufen BW-Jogginganzug Träger verwandelt wurden (die Anzüge waren blau, nicht wir....noch nicht), ging der Tag so gegen 1.30 Uhr zu Ende.

Wecken war übrigens um 5.30 Uhr :-) was einigen doch ziemlich krass erschien. Ich allerdings freute mich darüber, endlich mal lange ausschlafen zu können.

Turbolenzen machen das Leben interessant.
Eröffnen neue Perspektiven.
harlequin
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Montag, 01. März 1999

Gepflegte Panik

8.40 Uhr. T -70min.
Ich weiß, das ein Bus fährt. Jaja, ein Bus, der mich zumindest in den Ort bringt, wo mich Vater Staat 10 Monate meines jungen Lebens unter seine Fittiche nehmen wird.
Dort gibt es zwar einen Bahnhof, der ist allerdings stillgelegt - sehr schön, diese Industriedenkmäler.
Draussen schüttet es wie aus Eimern. Kein gutes Zeichen, aber ein typisch deutsches. Ausserdem habe ich den Verdacht, daß Petrus uns eine liebe Freundin in Erinnerung rufen will, die ganz weit weg mit mindestens 25 Grad und wenig Niederschlag 3 1/2 Monate ihres Lebens dem freudigen Studieren widmet.
Südafrika. Tse.

Meine Tasche ist noch nicht gepackt. Aber ich weiß, welche Bücher ich mitnehme, es sind so um die zehn Stück, die ich vor Wochen/Monate/Jahren gekauft/geschenkt/geerbt habe und immer schon mal lesen wollte. Meine Sonnenbrille liegt sinniger Weise nahezu unerreichbar im Briefkasten (fragt nicht, wie sie da rein gekommen ist oder warum....) Mein Kopf dröhnt auch nicht schlecht, das Abschied feiern mit einem erprobten Feuermann sollte ich mir demnächst verkneifen *2 Aspirin einschmeiß, mit Cola runterspül*
Es soll dort in der Kaserne ein "Freizeit Büro" geben, ich bin gespannt, was sich die Bundeswehr darunter vorstellt.... :-) Ein modernes Büro sollte wenigstens einen PC haben, eigentlich sogar Internet....

Die Schlüssel für meine Homepage habe ich einen alt gedienten Kameraden gegeben. Mal gucken, ob er bald anfängt hier rumzuspielen: "Nicht das Skript!! Um Gottes Willen, alles nur nicht dieses Skript ausführen!!"
;-)
Ich werde euch vermissen, aber dies ist kein Abschied für immer - Theatralik ist zwar eines meiner Spezialgebiete, aber nicht heute.


Dies ist keine gute Zeit.
Aber auch sie wird vorbei ziehen.
harlequin
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