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Freitag, 29. Juni 2001

Aus Redmond was neues...

moin!

Ich gebe zu, daß ich etwas im Verzug bin, aber hier mache ich sowieso was ich will...
Die Firma, die in Verbindung mit Bill Gates gebracht wird ist böse!
Und kommt mir jetzt nicht mit: Innovation durch Monopolismus, Wettbewerb durch intelligentes Marketing, Chancengleichheit oder 'Hey, Solitär ist aber nett!'.

Ich mag diese Firma nicht und würde aus ideologischem Fanatismus auch nie einen Job bei dieser 'ehrenwerten Organisation' annehmen.
Wie ehrenwert sie ist zeigt sich zum Beispiel am Umgang mit der OpenSource Bewegung. Von einem Krebsgeschwür ist da die Rede. Anzeigen in Computerzeitschriften der letzten Monate zeigen dies, ebenso die Aussagen aus den Führungsebenen dieses Molloches.

Es bestand Hoffnung, Richter Thomas Penfield Jackson erließ die Aufsplittung des Konzernes in mehrere kleinere, von einander unabhängige Firmen bzw. Abteilungen.
Die Firma ging in Berufung, diese bewirkte, daß nun das Urteil als zu hart wieder in die nächste Runde der amerikanischen Gerichtsbarkeiten geht. Mit der Anordnung ein milderes Urteil zu fällen...

Schönen Dank auch!

Etwas anderes:
Die Tage wurde der Bachmann Preis verliehen, ein Literatur Preis. Der ORF übertrug in dem Zusammenhang einige Videostreams, unter anderem auch eine Lesung mit anschließender Analyse/Kritik. Melody gab mir den Tipp und es war dann auch eine Bereicherung.

Also gegen die dort aufgebotene, pseudo-intelligente-hochgradigabgehobene-weltfremde Jurie ist das literarische Quartett ein Glanzstück an Mainstreamunterhaltung.
Ich glaube unser Literaturpapst hätte dieser illustren Runde dort gehörig eingeheizt - mit Wonne!
Es ist kein Wunder, dass manche Menschen einen Bogen um Bücher machen, die nicht mit Namen wie King, Konsalik oder J.K. Rowling verziert sind. Wer solch ernsthaft selstame Menschen, mit der Ruhe und Beharrlichkeit eines galoppierend Wahnsinnigen einen derartigen Unfug reden hört, der hat danach nicht wirklich Lust auf literarische Experimente...

Bis bald,
harlequin
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Donnerstag, 28. Juni 2001

And again, Wahrheiten....

moin!

Ich weiss nicht ob heute ein guter Tag dafür ist, aber ich versuche es trotzdem:
Die Wahrheit!
Okay, bevor ihr nun anfangt, Mutmaßungen anzustellen, ob ich bis jetzt ausschliesslich gelogen habe (nein, habe ich nicht...) oder mir nen Job als Politiker suche (wie? mit der Wahrheit???), kurz noch ein Hinweis: Dieser Eintrag dreht sich um ein paar subjektive Gedanken eines Subjektes (ergibt doppelte Subjektivität eigentlich automatisch Objektivität oder einfach nur einen Haufen Unsinn?), welches objektiv betrachtet wohl als fast normaler Mensch zu bezeichnen ist :-).

Gibt es sowas wie eine definitive Wahrheit überhaupt? Klar, könnte man meinen, schließlich ist schwarz ja schwarz und nicht weiß und andersrum.
Ich glaube aber, so irrsinnig sich das vielleicht für manche Menschen anhören mag, dass das was wir als Wahrheit empfinden nur aufgrund unserer persönlichen Erfahrung/Erziehung/der Umwelt/der Gesellschaft oder präziser ausgedrückt, durch irgendwann einmal festgelegte Regel/Gesetzmäßigkeiten als Wahrheit erscheint.
Nehmen wir die Farbe Schwarz (jaja, ich weiß es ist keine Farbe, aber darauf will ich nicht hinaus): Schwarz ist die Farbe der Trauer, jedenfalls grob ausgedrückt. Der Weltbürger wird natürlich gleich anmerken, das in Japan die Farbe der Trauer Weiß und eben nicht Schwarz ist.

Im ersten Moment scheinen Dinge zu schnell als wahr oder falsch, aber wenn man länger darüber nachdenkt kann sich das ändern.

Nächstes Beispiel: Jemanden zu töten ist unumstritten falsch. Solange es sich vermeiden lässt jedenfalls. Wenn man nun aber die Wahl hat, einen Amokläufer zu töten, bevor er die Bombe im Einkaufszentrum zündet? Man kann ihn nur mit einem gezielten Schuß aufhalten, sonst sterben hunderte?
Da sieht der Akt des Tötens schon etwas anders aus. Man fängt an abzuwägen, was richtiger wäre. Aber kann man eine solch fundamentale Wahrheit, jemanden zu töten ist falsch, abwägen?

Etwas weniger extremes: Wenn wir unsere Erde betrachten, dann ist oben der Nordpol unten der Südpol. Das ist wahr. Jedenfalls war es das zu dem Zeitpunkt, als man sich darauf geeinigt hat.
Doch auf was stützt diese Behauptung? Na klar, der Globus! Muss man sich ja nur angucken. Wenn du die Schrift lesen kannst, hälst du ihn richtig rum und dann ist Norden oben...
Wahr, doch zu einfach.

Man kann solche Beispiele bis in die absurde Unendlichkeit fortführen, es würde sich aber nichts an der Tatsache ändern, dass es für alles mehr als eine einfache Wahrheit gibt.

Ich wollte eigentlich nur ein wenig zum Nachdenken anregen und vielleicht ein wenig das Unterbewußtsein kitzeln, hin und wieder mal aus einem anderen Blickwinkel auf eine Szene zu schauen.
Manchmal lohnt es sich :-)

Bis bald,
harlequin
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Mittwoch, 27. Juni 2001

Fundamentale Wahrheiten, Part II

moin!

Gestern fing mein Tagebucheintrag mit fundamentalen Wahrheiten an, mal gucken ob ich das nochmal hinkriege:
Ein kleines Gebet:
"Bewahre mich davor zu wissen, was ich nicht wissen muß. Bewahre mich davor, auch nur zu wissen, daß es Wissenswertes gibt, von dem ich nichts weiß. Bewahre mich davor zu wissen, daß ich beschlossen habe, nichts von den Dingen zu wissen, die nicht zu wissen ich beschlossen habe. Amen."

Dabei sollte man das folgende Gebet auf jeden Fall anhängen:
"Herr, Herr, Herr. Bewahre mich vor den Konsequenzen des obigen Gebetes. Amen."

Diese weisen Zeilen stammen aus dem Buch "Einmal Rupert und zurück" vom kürzlich verstorbenden Douglas Adams. Es gehört zu den Kultromanen "Per Anhalter durch die Galaxis"...

Die Woche wird von Tag zu Tag besser, die Arbeit flattert nur so ins Haus und ich habe auch noch Spass dabei. Ich könnte mich fast daran gewöhnen :-)...

Erstmal Frühstück. Es gibt viel zu tun und Nahrung ist wichtig :-).



Bis bald,

harlequin
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Dienstag, 26. Juni 2001

Fragt Bill!

moin!

Beim Surfen durch die unendlichen Weiten des Netzes stößt man hin und wieder auf ganz fundamentale Wahrheiten:
  • "Hey Mark, I don't have a modem and can't connect to the Internet, can you fix this?"

  • "I removed some of the pins from my monitor cable because it didn't seem to fit right, now it's not working at all...can you fix my computer?"

  • Hey Sally, Can you fix my Internet, everytime I visit a website it says my host is unknown"

    "NO! NO! Now Go Away Before I Replace You With A Very Small Shell Script!" You say...


Hier zu finden: www.thinkgeek.com

Also fragt nicht!

Ich habe ausserdem beschlossen, meinen diesjährigen Geburtstag ganz leise, im engsten Kreis zu feiern. Ich und mein Ego werden eine Flasche Sekt köpfen, etwas über vergangene Jahre senieren und dann feierlich beschliessen, das wir nicht mehr älter werden.
Ein Leben lang 25 Jahre alt. Ich glaube die ersten 3 - 4 Jahre wird es nicht extrem auffallen und danach schiebe ich meine Alterserscheinungen auf meinen exzessiven Lebenstil. Um der Aussage mehr Gewicht zu verleihen werde ich auf Dauer zwar Rockstar werden müssen, aber das kann ja nicht so schwer sein ;-)

Bis bald,
harlequin
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Montag, 25. Juni 2001

Rene räumt den Magen auf, nen Finger tuts auch...

moin!

Ein neuer wunderbarer Tag voller Arbeit beginnt. Nico hat sich für 10 Tage nach Süddeutschland verabschiedet, damit er dort an einen sehr sinnvollen Sanitätswettkampf verschiedener Armeen teilnehmen kann.
Seine letzten Worte waren: "Man kann sich nicht immer vor der Arbeit drücken..." Danke sehr und viel Glück auch!

Ich für meinen Teil werde mich wie immer gemütlich zurücklehnen die Leere unserer Wohnung, das Schweigen meines Telefones und die Leere in meinem Inneren voll auskosten.
Es ist schön, wenn man weiß wo seine Freunde sind, oder? Es gibt nichts schöneres als Nacht für Nacht sich im Bett hin und her zu wälzen, nie schlafend. Entnervt sich wieder vor den Rechner zu packen und weiter zu arbeiten.
Ich glaube das schlimmste, was man einem Menschen wünschen kann ist Einsamkeit. Nicht das ich einsam wäre, aber mein subjektives Empfinden widerspricht dort eindeutig den Tatsachen. Und wer ein Mensch der Bauchentscheidungen ist, der weiß was schwerer wiegt.

Zu etwas anderem: Moritz hat mich gestern auf eine kleine Spritztour in seinem neuen Wagen eingeladen. Es war sehr nett, kann ich nicht anders sagen :-). Männer sind doch alle irgendwie gleich. Irgendetwas gibt es immer, etwas ganz einfaches, technisch martialisches, womit man selbst den kultiviertesten Mann wieder in ein sabberndes Kind verwandeln kann.
Und in diesem Fall waren es 6 Zylinder, 135kw (+/- 5kw), mit allen erdenklichem Komfort (Klimaautomatik, alles elektrisch verstellbar, voll digitales Armaturenbrett, etc). Der Vortrieb dieses kleinen Monsters erzeugt mitunter eine angenehme Pulserhöhung, gern auch begleitet von Adrenalinanstieg und gestammelten Gefühlsausbrüchen.

Danach noch ein Besuch bei Olli, sechs Cheesburger bei BurgerKing abgerundet von etwas ICQ und mein Tag war wieder in Ordnung.
Bin bloss froh, das die Cheesburger nicht vor der Fahrt mit dem MoMobile in meinem Magen gelandet sind, dem edlen Innenraum seines Gefährtes wäre es andersrum wohl nicht wirklich bekommen :-).

So denn, die Vögel singen, der Kaffee ist heiß und meine Finger warmgetippt. Ich fange jetzt an zu arbeiten.
Euch einen guten Start in die neue Woche!



Bis bald,

harlequin

PS: Mein Kaffee ist mittlerweile kalt... *grummel*
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Samstag, 23. Juni 2001

Das Ende ist da, ja da drüben! :)

moin!

9:07 Uhr!?! Ich kann nicht glauben, dass ich um diese Uhrzeit, am zweitheiligsten Tag der Woche schon wach bin!
Völlig unverständlich sowas :-).

Aber wo ich schon mal hier bin, kann ich auch gleich einen Tagebucheintrag hinterlassen...

Ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit anrollenden Weltwirtschaftskrise beschäftigt und bin dabei auf folgende Dinge gestossen:

1. Die Welt geht unter, der Kapitalismus ist am Ende und ohne ihn kann es weder Reichtum noch Armut geben.

2. Verlasse dich bei solch' Weltuntergangsszenarien immer auf die Berichterstattung der Medien. Die wissen was sie tun, sind unvoreingenommen und sowieso allwissend.

3. Die Verluste, die sich durch Gewinnwarnungen ergeben, sind paradox. Sie entstehen ausschließlich durch Verdrehung und Fehldeutung der Tatsachen. Ursprünglich waren Gewinnwarnungen lediglich als freundlicher Hinweis an die Finanzbehörden dieser Welt gedacht, damit sie schon im Vorfeld den zu versteuernden Gewinn besser abschätzen konnten.
Durch Unwissenheit und mangelnde Erfahrung der Klein- und Großanleger, vor allen aber durch Boshaftigkeit der Kreditinstitute kommt es immer häufiger zu krassen Verlusten - trotz Gewinnwarnung.

4. Der Dollar ist nicht mehr Wert als die DM! Wir zahlen nur deshalb soviel DM für den Dollar, damit sich die USA endlich aus der industriellen Steinzeit zu einem vorzeigbaren Industriestaat entwickeln kann.
Aber so ist das mit den Ablegern der alten Welt, noch nicht mal ganz erwachsen, grosse Töne spucken, aber um Taschengeld betteln.

5. Volksaktien sind aller Übel anfang.

6. Der Neue Markt ist das einzige Heilmittel, die Hoffnung für unser aller Zukunft. Kauft Transmeta Aktien und ihr werdet erleuchtet. Oder kauft MS Aktien - aber sagt es niemanden.

7. Natürlich meine ich das hier ernst, würde ich es sonst im Internet schreiben, wo es JEDER lesen kann? Und die Erde ist eine Scheibe, passt auf, dass ihr nicht runter fallt.



Bis bald,

harlequin

PS: Alle hier genannten oder angespielten Firmenbezeichnungen sind unter Umständen eingetragene Markenzeichen der jeweiligen Firmen. Ich schreibe hier meine persönliche Meinung ohne von Konkurenzfirmen oder durch eine Pistole an meiner Schläfe dazu gezwungen zu werden.
Ausserdem sollte man nicht alles glauben, was über das Internet verbreitet wird. Elvis ist tot, VB Viren sind lame, AOL ist nur wegen Boris cool und ich habe an jeder Hand 6 Finger und 2 Daumen.

Bite me!
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Samstag, 16. Juni 2001

Werbung, die Abrechnung Part II

moin!

Erstmal etwas vorweg: Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, nur dann zu wetten, wenn ich weiss, das ich gewinne!
Tja, ich denke wenigstens ein Bier auf der Kieler Woche werde ich nicht bezahlen!

Und nun zu etwas völlig anderem, einem meiner Lieblingsthemen: Werbung im deutschen Fernsehen...
Als ich den letzten Text zu diesen Thema schrieb (irgendwann 1998) war das deutsche Fernsehen eine wahre Wüste, in der es nur sehr vereinzelt Oasen der Kreativität gab. Nach nunmehr fast drei Jahren wird es Zeit einmal einen Blick auf Werbung im deutschen Fernsehen, aber auch im deutschen Radio zu werfen. Achtung! Der folgende Abschnitt ist als Satire, Ironie und augenzwickender Humor zu sehen. Er wurde als das geschrieben und ist so gedacht. Ich kann keine Verantwortung für die subjektive Wahrnehmung einzelner Personen übernehmen, die ihre Rechte, Person, Firma oder Markenzeichen dadurch defamiert sehen. Danke für das Verständnis!

Was sich dort auftut hat sich verbessert, wenn auch nur vereinzelt. Die Qualität ist im Durchschnitt zwar angestiegen, wird aber durch ganz böse Einzelgänger gedämpft.

Fangen wir an mit Prominenten die werben:
1. Uschi Glas und ihre Kosmetikserie. Vornehmlich zu sehen auf Sat1:
Das aristokratisch, mediteran anmutende Ambiente schafft eine wohlige Atmosphäre, die den Zuschauer und die potentielle Zielgruppe (offensichtlich Terracotta vernarrte Frauen, im Alter zwischen 20 Jahren und Uschi Glas) auf die kommende Produktvorstellung einstimmen soll.
Ein junge, überaus ansehnliche Bedienstete in schönster schwarz/weiss abgesetzter Dienstkleidung probiert etwas verschämt an einem Kosmetikdöschen herum (wer mag ihr das im nachhinein verdecken, aber lest weiter...). Da öffnet sich unverhofft die Zimmertür und die Dame des Hauses betritt den sonnendurchfluteten Raum. Der darauf folgende Dialog in Kurzfassung:
   dDdH: "Was machen sie denn da?" Es klingt etwas mütterliches zwischen den Worten der
überaschten Arbeitgeberin hindurch.
Bedienstete: Entschuldigt sich in einer Mischung aus italienisch und deutsch, womit das Szenario
entweder eindeutig in einem südeuropäischen Land spielt, oder die angestrebten Änderungen im
Imigrationsgesetz nun schon auf Länder der EU angewandt werden.
Sie bekundet ihre Hochachtung für die erstaunlich weiche Haut dDdHs und erbittet eine Erklärung.
dDdH: "Dazu braucht es nicht viel."
CUT!
Schnitt auf ein Sammelsurium von mindestens acht verschiedenen Produkten, die alle den Namen dDdHs tragen.
Was will uns diese Werbung sagen (um mal Michael M. aus Bayern zu zitieren...)? Das eine junge Frau anfang 20 glaubwürdig vorgeben kann, sie sei auf die Haut einer Frau jenseits der 50 neidisch? Wenn für Uschi Glas 8 Produkte nicht viel sind, was ist dann viel?? Das deutschen Prominenten etwas am Wohlergehen der ärmeren südeupäischen Entwicklungsländern und deren Bewohnern liegt und sie deswegen den Einheimischen bzw. Eingewanderten einen Job als Angestellte vermitteln, oder zumindest die eigene Pflegeserie unterjubeln???
Oder, um die politische Krone hervorzuholen, das Uschi Glas noch nicht/nicht mehr genug Geld hat und sich wie andere Schauspieler weltweit für vorgeblich hervorragende Produkte prostituieren muss????

Naja, seht euch die Werbung an...
Bevor ich fortfahre: Uschi Glas engagiert sich sehr für mehrere Projekte und damit schon eine Menge erreicht. Sie ist dabei meiner Meinung nach beispielhaft.

2. Sir Peter Ustinov für eine Bank:
Wirbt auf seine sehr eigene, spezielle Art für eine Bank. "more than a bank..." ist dabei die Botschaft. Gute Spots, kein wirres Tamtam wie sonst von der Finanzindustrie üblich. Die Spots sind sympatisch, selbst wenn man nicht zur Zielgruppe gehört.

3. Thomas Gottschalk und sein Bruder für die deutsche Post:
Ohja! Die Spots für die deutsche Post gehören zu meinen Favoriten. Thomas Gottschalk hatte ich persönlich schon als ewiges Gesicht der Haribowerbung abgeschrieben, aber in der Kombination mit seinem Bruder und einem Produkt, welches für Männer in dem Alter irgendwie sinngemäßer erscheint als der weiche Kaugenuss, trifft er voll ins schwarze. Jeder einzelne der Werbespots wirbt im Prinzip für das gleiche Produkt, doch finden sie alle in verschiedenen Stimmungen/Szenarien statt und wirken bei weitem angnehmer als das folgende Promiwerbepaar..

3a. Manfred Krug und sein Tatortkollege für die Telekom:
Zugegeben für die Telekom zu werben ist im Moment nicht einfach. Gerade die Kleinanleger werden wohl bei jeder Werbeaustrahlung den Taschenrechner zücken und danach unter Tränen zusammenbrechen. Aber zum Thema!
Welche Zielgruppe soll mit einem Großteil dieser Werbespots angesprochen werden? Wohl nicht die Menschen des mittleren bis gehobenen Alters. Denn was interessiert den größten Teil dieser Gruppe der XXL-Tarif, bei dem man mit einem ISDN Anschluss sonntags, deutschlandweit im Festnetz zum Nulltarif telefonieren/im Internet surfen kann.
Meine Eltern haben keinen ISDN Anschluss, selbst wenn sie einen hätten (in meiner Familie haben einige aus dieser Generation einen ISDN Anschluss) würden sie nie auf die Idee kommen von einem solchen Angebot Gebrauch zu machen.
Also wird das vermutlich nicht die Zielgruppe sein, die vermute ich in der jüngeren Generation. Doch fühlt die sich wirklich von dieser Werbung angesprochen? Kann man sich überhaupt von einem Unternehmen angesprochen fühlen, das hundertausende DSL Kunden seit Monaten vor den Kopf stößt? Oder das durch seine Preispolitik dutzende von kleineren Telefongesellschaften und Internetanbietern in den Konkurs befördert hat??
Mhm....
Ich denke nicht. Schon gar nicht mit diesem Werbepaar, bei denen man sich immer wieder fragt, welchen Bezug sie wohl, ausser ihrer gemeinsamen Arbeit beim Tatort, zueinander haben mögen. Verwandt? Verschwägert? Wohl eher finanzielle Abhängigkeit...

Gehen wir lieber weg von den Promis, bevor ich zu der schon traurig anmutenden Maoam Werbung kommen muss, wo sich ein sonst respektierter Boxer dermaßen zum Löffel macht, das einem mehr als die Tränen kommen....

Abteilung Süßwaren:

Die Produkte Kinder Überaschung, Kinder Professorino (jetzt Kinder Prof. oder so ähnlich), Kinder Happy Hippo Snack, Kinder Country, Kinder Schokobons, Kinder Riegel werden auf das wirklich erbärmlichste beworben, was überhaupt möglich ist: Sei es das Eiswagenverschnitt fahrende Nashorn, oder die neunmal klugen Kinder selber, die wahlweise Lehrkörper, lächerliche Busfahrer und Pseudoschaffner hinters Licht führen.
Es wundert mich kaum, das die Geburtenrate in Deutschland so niedrig ist. Diese Darstellungen von Kindern, oder dem was die Eltern für diese kaufen sollten wirkt besser als die Pille und das Kondom zusammen.
Ich hoffe nur, das es weiterhin bewundernswert tapfere und couragierte Eltern gibt, die sich durch diese katastrophalen Marketinmassnahmen und Dingen wie den Teletubbies und den TurboPowerRangers abschrecken lassen.

Abteilung Alkohol:

Bier, das einzig wahre Warsteiner! Ihr kennt den Spot, in dem sich das frisch getraute Ehepaar auf die Hochzeitsnacht freut? Ja? Über die nette Schnur stolpert, einen herrlich erfrischenden Knall auslöst und als Krönung von den Freunden auch noch ein Bett Pfosten angesägt wurde, der daraufhin wegbricht, VOM EHEBETT!?
Das einzig Wahre an diesem Spot ist, dass ich das vermutlich alles andere als komisch fände. Es ist etwa so komisch wie ein Staubsaugervertreter, ein implodierender Fernseher, einstürzender Dachstuhl, plötzlicher Asthmaanfall/anaphilaktischer Schock/Herzstillstand oder andere herzerfrischende Geschehnisse, die bei der trauten Zweisamkeit auftreten könnten...

Abteilung Benzin:

Dea: Die Bekloppten von der Tankstelle, deren Konzerne einem die Kohle aus der Tasche ziehen und dann nichst ausser Klischees in ihren Werbespots auf die Sonne bekommen.
Shell: Michael Schumacher und schauspielerische Qualität??

Abteilung Handy/Mobiltelefonieren:

VIAG Interkom: Der Typ, der völlig verträumt mit zwei Portionen Eis seiner Liebsten entgegen eilt, die auf einem Balkon auf ihn wartet? Er passt nicht auf, betritt die Strasse und ist weg? Bzw. vor dem LKW, der gerade in dem Moment vorbeirast...
Dann der Brüller des Sprechers: "Wieder zu haben?" Dabei ein Schnitt auf die Frau.
Das ist schon besser, wenn auch ziemlich makaber. Doch über Humor lässt sich ja bekanntlich streiten...

Abteilung Entertainment/Musical:

Zu dem bedauernswerterweise verschiedenen Tolpatsch gibt es noch eine Steigerung: Die aktuellen Spots von Stella, die für eine Gruppenmusicalkarte werben sollen, die auf vier Personen zugeschnitten ist...
Fünf Freunde spielen Frisbee im Park, der eine verpasst die Scheibe, tauscht diese dann gegen eine Mine aus und wirft sie weiter zum nächsten. Bumm. Kommentator Spruch: Fünf ist einer zuviel!
Es geht weiter mit einer Familie in der U-Bahn. Familie (jep, sind auch 5) rein, die Türen schliessen und genau in dem Augenblick wird die Tochter rausbefördert. Zack. Gleicher Spruch...
Eine Jacht mit vier Frauen und einem älteren Herren, der wie dumm auf einem Sprungbrett hüpft. Gashebel betätigt, Jacht fährt los. Platsch. Mann weg. Gleicher Spruch.
Es gab noch eine Radio Werbung die dann aber etwas zu böse war, deswegen wurde sie auch wieder zurückgezogen: Bundeswehr, Kommandostimme: "Durchzählen!" "Eins...Zwei...Drei...Vier...Fünf!" Ladetätigkeiten sind zu hören, dann ein Schuss. Wieder: "Durchzählen!" "Eins...Zwei...Drei...Vier!" Es folgt erneut das gleiche Abschlusskommentar.
Bitterböse, aber zum Teil doch sehr witzig und orginell.

Bevor ich jetzt zum Schluss komme meine momentane, absolute Nummero Uno: Die e-sixt Werbung, in der ein Mann unbedingt einen BMW-Z3 haben will und alle Widersacher auf den Weg vom Flugzeug zum e-sixt Schalter aus dem Weg räumt. Bis auf den Genickbruch eines Mannes durchweg ein Meisterwerk an Werbung, gerade wegen der überaschenden Wendung!!

So denn, es hat sich was getan in der Werbung, aber die negativen Spots scheinen immer noch zu überwiegen. Vielleicht auch weil gerade orginelle Spots wegen angeblicher, aber zT auch tatsächlicher, moralischer Bedenken wieder vom Markt genommen werden. Ich gebe trotzdem die Hoffnung nicht auf!
Man sieht sich!! ;-)

Bis bald,

harlequin

PS: Alle hier genannten oder angespielten Firmenbezeichnungen sind unter Umständen eingetragene Markenzeichen der jeweiligen Firmen. Ich schreibe hier meine persönliche Meinung ohne von Konkurenzfirmen oder durch eine Pistole an meiner Schläfe dazu gezwungen zu werden. Desweiteren habe ich nicht vor Lebensmittel zu vergiften, Tankstellen in Brand zustecken oder kleine Kinder zu foltern, damit sie Fleckenzwergen und dummer Schokoladenwerbung entsagen. Es gibt Produkte, die ich kaufe obwohl ich deren Werbung dämlich finde, und andere Produkte die ich nie kaufen würde, auch wenn deren Werbung genial ist.

Ich hoffe das war eindeutig!
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Samstag, 02. Juni 2001

Entspanntest Kloppen auf die Zocker...

moin!

Mal wieder ein Album nach meinen Geschmack. Jedem zu empfehlen, der gute Texte in Kombination mit schon fast epochal anmutenden Musiksets mag ;-).
Einen Wermutstropfen gibt es aber: 'Lektionen in Demut' ist nicht unbedingt zum Autofahren geeignet.

Nach einer Woche unermüdlichem Perl und PHP coden gönne ich mir heute mal eine Auszeit: Netzwerkparty. Mal wieder Jagd auf neue Opfer eröffnen. Die Webcam geht mit und wird euch evtl. (falls kein Einspruch von den anderen Teilnehmern erfolgt) einen Eindruck vom Massaker bieten.
Männer in der Neuzeit. Beraubt so vieler Rituale ziehen sich in eine der verbliebenen Nischen zurück und fröhnen dem sinnlosen Spielen.
Da das Pfingstwetter in diesen Breitengraden ohnehin zu wünschen übrig läßt, eine der wenigen Alternativen. Ausserdem stehen uns Zockern harte Zeiten bevor, zumindest wenn man der Gerüchteküche glauben darf: Es gibt hier in Deutschland einzelne Kommunalpolitiker die auf 'gewaltverherrlichende' Spiele einen saftigen Steueraufschlag einführen wollen. Angeblich gibt es sogar schon wohlwollende Gerichtsurteile in der Richtung. Vorsichtige Rechnungen behaupten, das ein Spiel wie QuakeIII dann zwischen 300,- bis 400,- Märker kosten wird. Schönen Dank auch!!

Doch nicht genug: Diverse CounterStrike Clans wurden schon abgemahnt, weil ihr Clanname und die entsprechende Internetadresse mit ansässigen Unternehmen verwechselt werden konnte und somit deren Rechte verletzt wurden.
Es gab keine vernünftigen Anschreiben in der Art: Hallo, ihr habt 14 Tage Zeit euren Namen/den Domainnamen abzuändern, ansonsten müssen wir leider gerichtliche Schritte einleiten.
Nö, gleich mit der großen Keule auf die Gamer, denn schließlich gehören wir mit zu den finanzstärksten Konsumenten in diesem Land...

Gravenreuths Erben... :-(

Was solls, irgendwann werden solche Abmahner ihre Quittung bekommen. Spätestens wenn die Gamer und andere Abgemahnte gute Anwälte finden und damit selbst eine Rechtssicherheit haben....

in dem Sinne...
Bis bald,

harlequin

PS: Alle hier genannten oder angespielten Firmenbezeichnungen sínd unter Umständen eingetragene Markenzeichen der jeweiligen Firmen. Ich schreibe hier meine persönliche Meinung ohne von Konkurenzfirmen oder durch eine Pistole an meiner Schläfe dazu gezwungen zu werden. Desweiteren habe ich nicht vor meine teuer gekauften CDs im Internet zu verbreiten, auch nicht an gute Freunde. Und die im Internet zu findenen MP3s genügen meinen eigenen Qualitätsansprüchen nicht, deshalb sauge ich solche auch nicht.

Ich hoffe das war eindeutig!
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