disability
Montag, 15. März 1999

Bundeswehr: Kameradenschweine.

Mir platzt der Kragen und zwar mehrfach. Wenn wir schon scharfe Munition hätten, wäre meine Selbstbeherschung bis zu ihren Grenze ausgelastet.
Ich habe gepflegt meinen Fernseher, Videorekorder und Sat-Receiver mit zur Kaserne gebracht. Und ne deftige Erkältung dazu. Meine Nase gleicht einen frühzeitlichem Vesuv. Ständig leide ich unter ihren Eruptionen. Mein Hals tut weh, ich huste am laufenden Band und war noch nicht beim Sani - selbst schuld, könnte man meinen.
Vielleicht ist es ja auch so. Gut möglich, daß mein Pflichtbewußtsein etwas übertrieben ist, aber wenn ich sehe, daß andere Kameraden wegen etwas Schnupfen (er war nicht mal mit niesen verbunden) eine Woche Kzh (Krank zu hause) sind und sich dort nen lauen Lenz veranstalten, halte ich meine Hartnäckigkeit nicht für übertrieben, sondern für angemessen.

Waffenausgabe. Das Gewehr G3 ist ab sofort vor mir nicht mehr sicher. Meine neue Freundin für die nächsten 2 Monate, wie mein Ausbilder meinte.
Frust. Wieso stechen solche Menschen eigentlich immer ins offene Herz? Keine Absicht, dessen bin ich mir schon bewußt aber es tut trotzdem weh. Ich mag das nicht. Zu allem Überfluß sollen wir nun unserer Waffe einen Namen geben. Weiblich ist klar. Wie nenne ich meine Waffe. Ein netter Name, weil sie mir in einem evtl. Ernstfall das Leben retten könnte?
Nein. Kein Bedarf an solchen Beziehungen.
Doch wie soll ich diese Wumme *hüstel* denn sonst nennen? Medusa, Berta oder gar Mutter? Ich hab doch keine Komplexe, jedenfalls nicht solche....

Bevor ich mir allerdings weiter Gedanken über den Namen meiner Waffe machen konnte, ging es ans trainieren - sprich: G3 auseinander bauen und wieder zusammen setzen in permanenter Wiederholung. Hinzu noch die entsprechenden Zustandsmeldungen, welchen Ladezustand die Waffe hat, etc. etc. .
Dieses wunderbare Program wurde abgerundet von einem kompletten Gefechtsanzug. Dies bedeutet für solche gesunden Menschen wie mich (wer lacht da? ;-) einiges an Gewicht zu schleppen, dazu auch noch unmöglich verteilt. Gekrönt von einem Gefechtshelm, in dem man erstens albern aussieht und zweitens schwitzt wie in einer schwedischen Sauna - ohne Rikola® :-)

Ist ja alles nicht so tragisch, wenn dann nicht solche Querschläger dabei wären, die einen den gesamten Dienstschluß versauen können.
Manche verstehen präzise Zeitangaben nicht und kommen zu spät. Wieder andere begreifen nicht, welche Kleidungs und Ausrüstungsgegenstände sie mitbringen bzw. anlegen sollen, trauen sich aber auch nicht nach zu fragen. Wir sind alle bemüht unser bestes zu geben, können aber leider nicht für jeden Kameraden die Verantwortung übernehmen, denn dann blieben wir wahrscheinlich selbst auf der Strecke.

Ein paar speziellen Kameraden kann man aber auch offensichtlich nicht mehr helfen. Den Scherzkeksen, notorischen Nörglern und Störenfrieden. Die ersten begreifen nicht, daß durch ihre Albernheiten Sonderdienste geschoben werden. Die zweiten interessiert es überhaupt nicht, daß sie mit ihrem ständigen Gemäcker über jede Kleinigkeit die Moral und den noch übrig gebliebenden Humor der restlichen Rekruten untergraben. Zu Punkt drei muß ich glaube ich nichts mehr sagen....
Das macht keinen Spaß.

Statt Lust kommt Frust.
Kein Ausgleich in Sicht.
Irgendwie fehlt was in meinem Leben....
bye
harlequin
geschrieben von harlequin ( The early years.... ) :: Kommentare(0) :: Permalink ::
Be social:These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • blinkbits
  • blogmarks
  • co.mments
  • del.icio.us
  • digg
  • feedmelinks
  • Reddit
  • Smarking
Artikel kommentieren
Betreff

Text

Ihr Name

E-Mail Addresse (wenn vorhanden)

Webseite (wenn vorhanden)