Sonntag, 15. Juli 2001
25 - stopp - nich leiser - stopp
moin! So, da wär ich wieder. Obwohl erst ein Tag seit dem letzten Tagebucheintrag vergangen ist, kommt es mir vor als wäre schon wieder ein ganzes Jahr an mir vorbei gezogen...ähm...moment mal.... Verdammt! Es ist schon wieder ein Jahr vorbei! Gute Güte ich bin über Nacht ein Jahr älter geworden!
Wie konnte das nur geschehen? Ich habe das über 360 Tage nicht bemerkt, dieser schleichende Verfall der Jugend, so lange hat er sich unter der Oberfläche verborgen und nun bricht er mit einem Mal aus!
Ich bin zutiefst erschüttert. Mein Personalausweis hat mir offenbart, daß ich nicht nur ein Jahr älter geworden bin, sondern dieses Mal auch das viertel Jahrhundert gesprengt habe.
Na denn, es ist Zeit für eine Retrospektive:
Ich wurde an einem gewittrigen Abend vor 25 Jahren in das Licht dieser Welt gerissen. Dabei übertreibe ich nicht im geringsten, denn ich hatte muntere 2 Wochen Verspätung, was die Ärzte dazu trieb, mich auf sehr kaiserliche Art und Weise in das Rampenlicht des Kreissaales zu befördern.
Ich denke, daß darin der Grund für meine spätere Abneigung gegen zu grelles Licht liegt - aber da streiten sich die Experten noch...
Meine Kindheit war, entgegen anders lautender Aussagen, sehr wohl behütet und schön. Meine Oma brachte mir die entscheidenen Dinge des Lebens bei, auf nem Fahrrad fahren, Schuhe zubinden, die Uhr lesen, meinen Namen schreiben, bis 20 zählen und die Grundlagen der Addition und Subtraktion.
Dies half mir schon früh Eindruck zu schinden, so war ich schon mit 6 Jahren verlobt. Doch nach ein paar wilden Jahren leben wir nun schon länger in Trennung.
Mein Vater brachte mir das elektrische Element näher, zu nahe, wie sich später herausstellte, denn ich habe konsequent alles ausprobiert, was man nur als Kind ausprobieren konnte - fragt meine Tante, ihr Plattenspieler hat mich nicht sehr lange überlebt...
Meine Mutter brachte mir die häuslichen Dinge bei. Dank ihr bin ich nun ein komplett ausgestatteter moderner Mann, der kochen, bügeln, nähen, eine Waschmaschine im Schlaf bedienen und - mit sehr viel Glück - stricken kann. Danke Mama!
Es folgte meine Jugend, oft auch Pubertät genannt. Ich ließ mir keine Frechheit entgehen, war bei der Lehrerschaft aufgrund meiner Kommentare so beliebt, daß sie sich am Ende eines Schuljahres oft bei mir bedankt haben. Leider sind die meisten dann auch bald in den Ruhestand gegangen...
Oh, die Liebe, ja, die ist eine Sache für sich. Ich habe sie immer in vollen Zügen ausgekostet, Hals über Kopf passt wohl besser. Das erste Mal, das zweite, das dritte, das vierte, ach nein, das geht nun zu sehr ins Detail.
Der Beruf, siehe Schule.
Die Armee, schande über sie! Jawohl! Wegen ihr und einer unglücklichen, natürlich nicht wohl überlegten Liebe in Hamburg habe ich mit dem Rauchen angefangen. Ergebniss: Etwa 23000 Zigaretten, 20 Zigarren, 200 Zigarillos in 22 Monaten. Ja, ich habe das nachgerechnet!!
Aber die Armee hatte auch was Gutes: Die Freundschaft zu Nico, die im Moment seit einem Jahr und vier Monaten in unserer WG ihren Höhepunkt erreicht...
Tja, nun sitzte ich hier, ein viertel Jahrhundert auf dem Buckel und schwelge in Erinnerungen. Aber was bringt die Zukunft? Sicher, ich werde irgendwann mal 30, 35, 40, 96 Jahre alt sein, da besteht kein Zweifel. Doch der Weg dorthin ist wunderbar in dunkle Tücher gehüllt.
Ich weiß nicht was morgen kommt und ich will es auch nicht wissen. Ich möchte einfach halbwegs gesund werden/bleiben und weiterhin so liebe Freunde haben, wie ich sie jetzt habe.
Also, macht es gut und vielen lieben Dank an euch alle: Andrea, Anna, Anne, Antje, Banker, DJ, Fabienne, Frances, Kamikätzchen =^.^=, Kathrin, Melle, Melody, Nico, ozz, Rico, Soulhunter, Sven und Towanda. Ich hoffe, daß ich niemanden vergessen habe. Sollte dies der Fall sein, so bitte ich die Person hiermit schon jetzt um Vergebung, Gnade und die Gewährung eines Ablasses...
Danke und werdet/bleibt gesund!
Bis bald,
harlequin
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